Ausstellung,Berlin,Bilder,c/o,Fotografie,Kunst,Malerei,Pierre et Gilles,Retrospektive
In Beobachtungen on 27. Juli 2009 at 18:41
Letzten Samstag im c/o in Berlin – The Place to be that saturdaynight!! Die Ausstellung Retrospektive in Mitte der beiden Pariser Künstler Pierre et Gilles.

Pierre et Gilles - Abel
Jaaa, schön waren sie alle. Die Bilder, die Menschen… Und interessant und interessiert waren sie natürlich auch allesamt. Zu hunderten drängten sich die hippen Berliner durch die alten Gänge und Treppen des aka Postfuhramtes in Mitte. Das Kondenswasser tropfte von den Wänden, die Schweißtopfen von so mancher Stirn. Aber was hält man als kulturbewusster Berliner nicht alles aus, um DIE gefeiertste Ausstellungseröffnung des Monats zu erleben?!
Pierre et Gilles – seit 1976 ein schwules, kreatives, künstlerisches und obendrein französisches Wunder-Pärchen, welches die Kunstfreunde und solche, die es werden wollen, zuhauf verzückt und eben anlockt, wie an diesem Abend. Die hübschesten Männer hingen an der Wand, die lebenden sprachen entweder Französisch, Spanisch oder Englisch und standen neben jungen neugierigen und mächtig interessanten und selbstbewussten Frauen. Viele Unbekannte und nette normale Menschen zog der Abend an, aber natürlich auch die Créme de la Créme von Berlin. Die Gesichter, die man auf jedem „wichtigen“ Event erwischt, rauchend, trinkend, schwatzend und auffällig aussehend. So auffällig, dass sie schon wieder langweilig erscheinen, in meinen Augen.
Viel interessanter fand ich neben den Kunstwerken das hier. Das schönste an Kunst ist, wenn sie Menschen inspiriert und spontan geschieht, ohne Frage nach Kritik oder Meinung, sondern einfach nur entsteht.
Vorher… &… Nachher….

Party Victim 1

Party Victim 2
Abnabeln,Distanz,entlieben,Ex,Liebe,Liebeskummer,Schwäche
In Beziehungsweise on 16. Mai 2009 at 21:20
Wie schön, dass ER und ich in unserer Inkonsequenz gleichermaßen konsequent sind. Da haben wir zwei also mal wieder eine Gemeinsamkeit. Wir sind beide miserable Pakt-Einhalter. Ich habe ja meinen Zorn über IHN leichthin nach zwei Wochen über Bord geworfen und machte mir Gedanken. Den Gedanken folgte eine Handlung. Ich schreib IHM. Neugierig und besorgt, wie ich war, plagte mich der Gedanke, wie’s IHM wohl ginge. So ohne mich. Zu meiner Freude – ja, warum überhaupt? – geht’s bei ihm bergauf. Zwar ist sein Weg steinig und stolprig, aber das wird schon. Also quasi so wie bei mir. Ein hohes Ziel erreicht man eben nicht im Spaziergang. Auf meine Mail folgte seine Antwort. Auf seine folgte wiederum eine Antwort von mir. Dann wieder von ihm, und schon befinden wir uns wieder in einer „Wie geht’s dir, so geht’s mir, erzähl ich dir bald mal in aller Ruhe“-Korrespondenz. Und das alles war wieder so herrlich einfach. Scheiß doch auf meinen Zorn! Scheiß auf meinen Vorsatz, mich abzunabeln!!
Hatte ich nicht schon erwähnt, dass ich fürchterlich schwach bin?!
Abnabeln,Distanz,entlieben,Ex,Liebe,Liebeskummer
In Beziehungsweise on 14. Mai 2009 at 21:48
Zwei Wochen sind nun ins Land gezogen. Ich liege immer noch flach und gehe derweil einer immer intensivere Beziehung mit meinem Physiotherapeuten ein, der mir zwei mal die Woche meine Halswirbel massiert und streckt. Das lenkt ab. Mit jedem Tag Distanz beruhige ich mich und bilde mir ein, mich Stück für Stück von IHM zu entfernen. Doch das ist nur die halbe Wahrheit.
Ich bin zugegebener Maßen eine schlechte Pakt-Partnerin. Zumindest im Innenverhältnis mit mir. Nach außen hielt die Distanzvereinbarung wie eine Eins. Ich riss mich seit dem schönen 1. Mai zusammen und zwang mich, tunlichst keine Mail oder SMS zu schreiben oder IHN gar anzurufen. Aber meinen wirren und scheinbar selbständig denkenden Gehirnwindungen ist diese Abmachung natürlich herzlich egal. Ich denke an IHN und mache mir Gedanken, wie’s IHM wohl gehen mag, etwas zu häufig, als mir eigentlich lieb sein sollte. War ich zu hart? Mist. Jetzt habe ich womöglich doch eine Türe zugeschlagen und hab vergessen, den Stopper dazwischen zu klemmen. Und der Gedanke gefällt mir nicht.
Tja, es kam, wie es kommen musste. Heute wurde ich weich. Schon nach Z W E I Wochen!! Ich weiß nicht, was armseliger ist. In Anwesenheit seines verschmähenden Liebsten einen anderen zu knutschen oder sich selbst nicht treu zu sein.
Jedenfalls habe ich IHM geschrieben. Eine Mail. Dass ER nicht denken soll, ich würde nicht an IHN denken. Und dass ich das alles auch für IHN tue. Wenn etwas einem lieb ist, dann merkt man es eben (leider) erst, wenn es nicht mehr verfügbar ist. Nein, den letzten Satz habe ich natürlich nicht geschrieben. Aber das ist mein Ernst. Ehrlich gesagt, ist es mir egal, dass ER die Sache, die an meinem Geburtstag geschah, ausgeplaudert hat. Der Abstand war mir zumindest insofern nützlich, als dass mein Zorn darüber völlig unwichtig geworden ist. ER hat mir selbst schon so manches Mal schockierende Dinge erzählt, und auch die konnten mir nichts anhaben. ER könnte mir alles gestehen. Ich verzeihe IHM ja doch. Und es fällt mir im Grunde genommen auch überhaupt nicht schwer. Alles, was nach dem Eklat so heiß gekocht wurde, ist in mir und mit der Zeit völlig abgekühlt.
Jetzt stehe nur noch ich da. Ohne Zorn aber mit diesem Distanz-Pakt, der aus meinem eigenen sturen Kopf entsprungen war. Ich hielt mich für so klug. Ich dachte, dies wäre unsere einzige Chance, damit wir uns eines Tages wieder wie zwei vernünftige Menschen begegnen zu können. Er hat noch nicht geantwortet. Jede Minute prüft mein Mail-Programm, ob neue Nachrichten kommen. Und so vergeht eine nach der anderen, ohne Antwort. Und dabei will ich doch nur wissen, ob er noch lebt.
Gott, ich bin so schwach!